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Quietschspielzeug

Quietsch! Nochmal! Noch fester! – Ist Quietschspielzeug wirklich eine gute Idee?

Warum wir beim Spielen nicht unbedingt jedes Zubeißen feiern sollten – und weshalb weniger Action manchmal mehr Hundeerziehung bedeutet.
Es quietscht – und der Hund ist begeistert. Einmal draufgebissen, nochmal, noch ein bisschen fester … QUIETSCH! Und weil Herrchen oder Frauchen das Ganze offensichtlich genauso lustig findet, wird der Hund auch noch angefeuert: „Na los, nochmal!“

 Was für uns nach einem harmlosen Spiel aussieht, kann allerdings eine Botschaft vermitteln, die wir unserem Hund eigentlich gar nicht beibringen möchten: Fest zubeißen lohnt sich. Gerade wenn der Hund immer wieder gezielt dazu animiert wird, den Quietschmechanismus auszulösen, trainieren wir damit genau dieses Verhalten.

Beißhemmung bedeutet auch: die Kraft kontrollieren
Hunde müssen lernen, wie vorsichtig sie ihr Maul einsetzen. Bereits im Welpenalter gehört dazu die Erfahrung, dass zu grobes Beißen Konsequenzen hat und ein Spiel beispielsweise beendet wird. Diese sogenannte Beißhemmung ist ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. Umso widersprüchlicher ist es, wenn wir später ein Spielzeug anbieten, bei dem ausgerechnet kräftiges Zubeißen mit einem spannenden Geräusch belohnt wird – und wir den Hund womöglich sogar noch dazu auffordern.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Hund nach fünf Minuten mit einem Quietschball plötzlich seine gesamte Beißhemmung vergessen hat. Problematisch finden wir vor allem das wiederholte und gezielte Fördern: Der Hund beißt zu, es quietscht, die Action geht weiter – und kräftiges Zupacken wird dadurch immer wieder interessant gemacht. Aus unserer Sicht gibt es für gemeinsames Spiel schlicht sinnvollere Alternativen.

Und jetzt alle kräftig ziehen?
Ähnlich sehen wir das klassische Rangeln und Zerren mit dem Hund. Der Mensch hält auf der einen Seite fest, der Hund auf der anderen – und schon beginnt der kleine Wettkampf. Solche Spiele können den Hund stark hochfahren und fördern ein sehr körperliches Gegeneinander. Genau das möchten wir bei family dogs im gemeinsamen Spiel nicht in den Mittelpunkt stellen.

Denn Spielen mit dem Menschen muss kein Kräftemessen sein. Viel schöner ist es, wenn Kooperation, Aufmerksamkeit und gemeinsames Erleben im Vordergrund stehen. Dafür braucht es weder quietschende Beute noch die Frage, wer am Ende stärker am Seil zieht.

Spielen? Unbedingt! Aber mit dem richtigen Spielzeug
Natürlich sollen und dürfen Hunde spielen – und zwar ausgiebig. Wir empfehlen dafür robustes, hundegerechtes Spielzeug ohne Quietschmechanismus. Je nach Hund können das Bälle, geeignete Apportiergegenstände oder andere Spielzeuge sein, mit denen sich gemeinsam beschäftigen lässt, ohne ständig kräftiges Zubeißen oder Zerren zu provozieren.

Und ganz nebenbei wird gemeinsames Spiel dadurch zu etwas viel Wertvollerem als bloßer Action: Der Hund orientiert sich am Menschen, wartet, bringt etwas zurück, sucht oder löst gemeinsam mit uns eine Aufgabe. Das stärkt nicht nur die Beschäftigung, sondern auch die Beziehung.

Unser Fazit: Es muss nicht immer QUIETSCH machen
Quietschspielzeug sieht lustig aus und sorgt bei vielen Hunden zuverlässig für Begeisterung. Trotzdem lohnt sich die Frage: Welches Verhalten fördern wir damit eigentlich? Wenn der Hund regelmäßig dazu aufgefordert wird, möglichst kräftig zuzubeißen, bis es endlich quietscht, passt das für uns nicht zu dem, was wir ihm im täglichen Umgang vermitteln möchten.

Deshalb gilt bei uns: Lieber gemeinsam spielen als gegeneinander rangeln – und lieber ein gutes Spielzeug ohne Quietschkonzert. Der Hund hat trotzdem Spaß. Und unsere Ohren übrigens auch. 🐶

Datum: 19. August 2026
Ersteller: Alexandra Hawelka

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